{"id":10836,"date":"2020-09-29T10:41:49","date_gmt":"2020-09-29T08:41:49","guid":{"rendered":"https:\/\/web6.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/?p=10836"},"modified":"2025-03-03T15:58:10","modified_gmt":"2025-03-03T14:58:10","slug":"aenderungsantrag-zu-top-21-der-gemeinderatssitzung-am-29-09-20-gerechte-sprache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/web4.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/Gruene\/2020\/09\/aenderungsantrag-zu-top-21-der-gemeinderatssitzung-am-29-09-20-gerechte-sprache\/","title":{"rendered":"\u00c4nderungsantrag zu TOP 21 der Gemeinderatssitzung am 29.09.20: Gerechte Sprache"},"content":{"rendered":"\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li>Die Stadt f\u00fchrt das Sternchen (*) zur einheitlichen Kenntlichmachung gendersensibler Sprache ein. Wenn m\u00f6glich werden grunds\u00e4tzlich alle Menschen einbeziehende Begriffe verwendet.<br><\/li><li>Die gendersensible Sprache wird konsequent in allen Bereichen umgesetzt, auch tats\u00e4chlich dauerhaft bei Stellenausschreibungen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sachverhalt<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Dass Screen Reader das Gendersternchen (*) als Satzzeichen mitten im Wort vorlesen, trifft nur bei manchen Programmen zu. Modernere Software-L\u00f6sungen, insbesondere die systemeigenen Screen Reader der g\u00e4ngigsten Betriebssysteme, die in ihrer Nutzungszahl stetig zunehmen, erkennen die Sternchen bereits als Ausdruck gendersensibler Sprache und lesen sie wie vorgesehen mit einer minimalen Sprechpause im Wort vor. Im Gegenzug kommen andere Programme mit beiden Alternativen bei der Aussprache nicht zurecht. Der Wechsel zum Doppelpunkt w\u00fcrde also in dieser Hinsicht ebenfalls keine gro\u00dfe Verbesserung darstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn der Doppelpunkt (:) von manchen Leseprogrammen (Screen Readern) nicht mitgelesen wird, erzeugt dieser Doppelpunkt andere Schwierigkeiten, die die Teilhabe einschr\u00e4nken. In einem Flie\u00dftext ist er, gerade&nbsp; wenn bereits&nbsp; zahlreiche Doppelpunkte im Text sind, schwer als gendersensible Sprache zu erkennen und so zu lesen. Gerade f\u00fcr Menschen, die&nbsp; nicht gut sehen, aber keinen Reader verwenden, kann dies ein Problem darstellen. Das Sternchen (*) und der Unterstrich (_) werden nicht als gew\u00f6hnliche Satzzeichen verwendet und schr\u00e4nken so die Lesbarkeit nicht auf diese Art und Weise ein. Der Doppelpunkt wird von Menschen, die schlecht sehen oder den Text auch nur schnell \u00fcberfliegen, mitten im Wort auch schnell als \u201di\u201d wahrgenommen. Auch dies schr\u00e4nkt die Lesbarkeit ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Doppelpunkt kann als Symbol des bin\u00e4ren Geschlechtssystems gewertet werden. Das bin\u00e4re System geht von zwei Geschlechtern aus: Mann und Frau. Zwei Punkte stehen eben auch nur f\u00fcr zwei Geschlechter. Doch wir sind vielf\u00e4ltiger. Das Sternchen kann dies viel st\u00e4rker symbolisieren. Das Sternchen war auch bereits in der Vergangenheit das Symbol f\u00fcr Erg\u00e4nzungen oder Erweiterungen, wie bei Fu\u00dfnoten. So kann das Sternchen viel besser die Erg\u00e4nzung um mehr als nur zwei Geschlechter symbolisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Werden alle Geschlechter einbeziehende Begriffe verwendet, wie \u201cStudierende\u201d statt \u201cStudent*innen\u201d, ist der Lesefluss im Text insgesamt f\u00fcr alle Menschen verbessert und die Anzahl der Probleme mit einem Reader deutlich reduziert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mensch sollte sich nicht in eine nicht passende Infrastruktur einf\u00fcgen m\u00fcssen, sondern die Infrastruktur sollte den Erfordernissen der Menschen angepasst werden. Das Sternchen ist derzeit eine sehr weitverbreitete Schreibweise bei Worten, bei denen es keine neutralen Begriffe gibt. Denn durch dieses f\u00fchlen sich besonders viele Menschen repr\u00e4sentiert. Durch eine konsequente Nutzung des Sternchens, bei Worten ohne Alternative, k\u00f6nnen die Programmierer*innen der Reader dazu bewegt werden, das Sternchen entsprechend einer Pause lesbar zu machen. Angesichts der rasanten Entwicklung der letzten Jahre im Bereich der Computerlinguistik wird diese Thematik schon in naher Zukunft kein Hindernis mehr darstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich ist es auch bei Stellenausschreibungen zu betrachten. Nur wenn die Sternchen konsequent auch bei den Ausschreibungen im Internet eingesetzt werden, lernen die Algorithmen der Suchmaschinen auch so die gesuchten Stellen zu finden. Zumindest im Text zu den Stellenausschreibungen kann das Sternchen aber konsequent eingesetzt werden, ohne Hemmnisse bei der Auffindbarkeit. Das Gleiche gilt bei analogen Stellenausschreibungen in Zeitungen und Zeitschriften. Diese k\u00f6nnen somit alle mit dem Sternchen, ohne Hindernis diese zu finden, gestaltet werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Unterzeichnet von:<\/p>\n\n\n\n<p>Niko Riebel, Verena Anlauf, Dr. Iris Sardarabady, Christine Gro\u00dfmann,<\/p>\n\n\n\n<p>Benjamin Bauer, Jorinda Fahringer, Aljoscha L\u00f6ffler, Christine Weber<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/web3.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/ris\/bi\/vo0050.php?__kvonr=40331&amp;voselect=5670\">Der \u00c4nderungsantrag wurde in der Gemeinderatssitzung am 29.09.2020 unter TOP 21 behandelt.  <\/a><br><a href=\"https:\/\/web3.karlsruhe.de\/Gemeinderat\/ris\/bi\/vo0050.php?__kvonr=40331&amp;voselect=5670\">\u00c4nderungsantrag und Stellungnahmen der Stadt<\/a>                                                                                                                                                                                                                    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadt f\u00fchrt das Sternchen (*) zur einheitlichen Kenntlichmachung gendersensibler Sprache ein. 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