Mehr Hitzeschutz durch ausgeweitete und effizientere Grünpflegepatenschaften

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Das Gartenbauamt

  1. berichtet über Reichweite und Wirksamkeit der bisherigen Grünpatenschaften und des Urban Gardenings in Karlsruhe und macht Vorschläge zur deren effizienterer Gestaltung sowie zur Integration weiteren bürgerschaftlichen Engagements im Sinne von großflächigen Gießaktionen besonders gefährdeter Bäume,
  2. schlägt in Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt und dem Tiefbauamt geeignete Orte vor für kleinere Entsiegelungsmaßnahmen (insbesondere Module M und L nach Entsiegelungskonzept) in den Hot Spots in Karlsruhe (nicht nur im Zentrum), deren Pflege durch die Bevölkerung (Privatpersonen, Unternehmen, Initiativen oder Vereine) verbindlich in Form einer Patenschaft übernommen werden könnte,
  3. macht einen Vorschlag, wie eine kartenbasierte Webanwendung und/oder App bei der Bewerbung und bei der Umsetzung der genannten Punkte eingesetzt werden kann.
Begründung/Sachverhalt

Es wird heiß in Karlsruhe. Die blau-grüne Infrastruktur leistet einen wichtigen Beitrag, um die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt gegen die Hitze zu schützen. Gleichzeitig leiden die Karlsruher Bäume als Teil dieser Infrastruktur unter der Hitze und Trockenheit. Heute ist noch gar nicht abschätzbar, wie viele Bäume den Sommer tatsächlich nicht überlebt haben.

Mit der Haushaltslage und dem weiteren Voranschreiten des Klimawandels wird die Stadt immer mehr auf die Unterstützung der Bevölkerung beim Erhalt der blau-grünen Infrastruktur angewiesen sein. Viele Bürger*innen engagieren sich schon im Rahmen von Baumpatenschaften und wünschen sich, dass ihr Einsatz den größtmöglichen Effekt erzielt. Vermehrt melden sich Bürger*innen, die großflächig aktiv sind (s. auch die BNN vom 08.09.2026) oder dies zum Beispiel im Rahmen einer gemeinnützigen Unternehmer Gesellschaft (gUG) planen.
Gleichzeitig sollen nur so viele Kapazitäten wie nötig durch Verwaltungsprozesse gebunden werden, weshalb eine effizientere Organisation der Patenschaften nötig wird.

Neben dem Erhalt ist auch der Ausbau der blau-grünen Infrastruktur entscheidend. Gerade in Wohnstraßen in den Hitzehotspots kann das Mikroklima spürbar verbessert werden, wenn mehr Flächen entsiegelt und bepflanzt würden. Bei Starkregenereignissen tragen Flächen, auf denen Regenwasser versickern kann, dazu bei, die Kanalisation zu entlasten. Dies wird immer häufiger notwendig werden.
Die geplante Checkliste für Standards bei der Wiederherstellung von Oberflächen für Leitungs- und Straßenbaulastträger (siehe Vorlage 2026/0529), die stärkere Berücksichtigung von Entsiegelung durch das Stadtplanungsamt in der Leitungskoordination sowie die frühere Einbindung des Gartenbauamts bei Planungen sollten künftig zu mehr Entsiegelungsmaßnahmen führen, für die wiederum auch effizient organisierte Patenschaften einen größeren Teil der Pflege übernehmen könnten. Hierfür ist die Fressgasse in Mannheim ein positives Beispiel (https://www.mannheim.de/de/nachrichten/fressgasse-entsiegelt-und-begruent).

In vielen Städten unterstützen Webanwendungen inzwischen die Koordination zwischen Verwaltung und Bevölkerung. Ein Beispiel ist die App www.giessdenkiez.de in Berlin. Eine solche Anwendung könnte auch in Karlsruhe in Zeiten von begrenzten Personalressourcen hilfreich sein, um die bestehende Stadtbäume und bepflanzte Flächen zu erhalten und vor allem: um sie weiter auszubauen.

Unterzeichnet von:

Dr. Sonja Klingert, Christian Klinkhardt, Dr. Susanne Heynen, Aljoscha Löffler